Coworking oder Corporate? Oder Corporate Coworking?

Coworking oder Corporate? Oder Corporate Coworking?

Coworking Spaces sind innovativ, denn sie bieten Netzwerke, guten Kaffee und moderne Räumlichkeiten. Für viele Unternehmen kann Coworking ein Aspekt moderner Arbeitsweisen sein. Corporate Coworking ist das schöne neue Buzzword dazu. Oder ist es nur ein neues Buzzword für interne Netzwerke und Vernetzungen? Oder für interdisziplinäre Zusammenarbeit? Nein. Corporate Coworking beschreibt verschiedene Ausprägungen wie Coworking und Unternehmen zusammen passen. Und auch wir haben inzwischen einiges an Coworking-Erfahrung sammeln können – das wollen wir natürlich mit euch teilen. 

Die Form des Corporate Coworkings, die auch wir erleben, ist eine erste Variante: Der Pioneers Club in Bielefeld ist ein neutraler Boden für alle, die Coworking (er)leben möchten. Er ist ein klassischer Coworking Space – und gleichzeitig auch nicht. Projektteams von großen Corporates, aber auch Start-ups, Freelancer, Agenturen und Mittelständler treffen hier zusammen. Also wirklich ein kompletter Querschnitt der Wirtschaft. Das schafft eine ganz besondere Atmosphäre und großes Potenzial. Es gibt zwar Flexplätze, die angemietet werden können – aber das eher klassische Abonnement-Prinzip für einzelne Stunden gibt es so nicht. Monatliche Abonnements passen zu diesem Angebot: Die Community steht hier im Fokus. Davon kann man sich innerhalb eines Monats selbst überzeugen und Teil der Community werden. Denn jeden Monat gibt es diverse Netzwerkveranstaltungen und Abende, an denen sich die Mitglieder mit ihren Unternehmen und Produkten vorstellen können und gemeinsame Mittagessen sowie Events.

Corporate Coworking von und mit talee

Bei comspace haben wir uns damals dafür entschieden feste Plätze für uns, das talee Team, anzumieten. Darüber hinaus haben wir dort noch zwei freie Plätze für comspace-Kollegen, die Coworking-Luft schnuppern möchten. Was wir besonders schnell gemerkt haben: Unser Produkt passt perfekt zum Coworking. Der Pioneers Club hat talee schnell genutzt, um die eigenen Events zu organisieren, aber auch, um den Mitglieder die Möglichkeit zu geben, sich selbst sichtbarer zu machen. Jedes Mitglied hat ein eigenes Profil und kann dort Interessen und Kenntnisse eintragen. So findet man noch viel schneller die Menschen in der eigenen Coworking Community, die die Kompetenzen haben, die man gerade vielleicht benötigt.

Für uns waren vor allem die Communityevents, das Miteinander- und Voneinander-Lernen wertvoll. Wir haben wichtige Impulse nicht nur für unsere Team- und Geschäftsentwicklung, aber auch die Weiterentwicklung unserer Plattform talee bekommen. Wir haben durch unsere Coworker schon so viel wertvolles Feedback erhalten, sodass daraus zum Beispiel auch neue Funktionen entstanden sind. Für Coworking Space wie dem Pioneers Club ist es beispielsweise auch wichtig, mal Externe zu talee Events einzuladen. Also solche die (noch) keinen Zugang zu talee haben. Diese Funktion haben wir gemeinsam entwickelt. Das ist für uns immer wieder der Beweis dafür, dass man sich noch so viele Gedanken machen kann – am Ende sind die Impulse von Außenstehenden immer die wertvollsten. Sie haben meist einen klareren Blick auf die Dinge und entscheiden unabhängiger von den Einflüssen, unter denen wir stehen: Ein wichtiger Mehrwert, den Coworking Spaces für Corporates im Allgemeinen bieten.

Coworking bei talee

Und plötzlich sitzt du neben Marktbegleitern

Und nicht nur das. Wir saßen auch plötzlich mit einer anderen Digitalagentur aus Bielefeld an einem Tisch. Marktbegleiter quasi. Aber wenn man mal ehrlich ist: Man hat doch mehr ähnliche Herausforderungen und Kooperationspotenziale als echte Konkurrenzsituationen. Der Coworking Space bietet also auch für Corporates einen guten neutralen Raum, um sogar mit Marktbegleitern ähnliche Herausforderungen gemeinsam zu meistern und Lösungen zu entwickeln, von denen alle profitieren. Dieses Öffnen nach außen, raus aus der eigenen Komfortzone der Corporate war enorm lehrreich.

Ein kleines ABER möchte ich jedoch nicht unerwähnt lassen. Auch wenn wir uns im Coworking immer sehr wohl gefühlt haben, mussten wir feststellen, dass wir zeitweise doch etwas zu weit weg aus der Corporate waren. Ein Learning war für uns, dass Corporate Coworking auch beides bedeuten muss: Wir sind einige Tage im Coworking Space und einige Tage in der Corporate. So verbindet man das Beste aus beiden Welten. Denn auch der Kontakt und die Wissensweitergabe innerhalb des Unternehmens darf nicht zu kurz kommen.

Corporate Coworking bei Lufthansa & Co.

Wie gesagt – Corporate Coworking hat verschiedene Gesichter. Bei der Lufthansa beispielsweise bedeutet Corporate Coworking eine Art internen Coworking Bereich, in dem sich diverse Teams des Unternehmens zu Projektarbeiten zusammensetzen können. Möglichst divers, möglichst digital und trotzdem analog. Ein spannendes Konzept, sicher vor allem für entsprechend große Unternehmen, bei denen einzelne Abteilungen und Teams schon so große Größen erreichen, dass sie eigene kleine Subunternehmen sein könnten. Während bei unserer Erfahrung jedoch die Verbindung zur Corporate fehlte, fehlt bei dieser Variante allerdings das, was das klassische Coworking ausmacht: Über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus schauen. Sich auch mal mit wirklich ganz fachfremden Menschen austauschen.

Dazwischen findet sich noch eine weitere Mischform in Form eines teils offenen Coworking Angebots von Unternehmen. Dabei können sich zum Beispiel Freelancer oder Start-ups in den Spaces der Unternehmen einmieten – so profitieren beide Seiten von möglichen Kooperationen. Diese Art der Kooperationen nennen Unternehmen gern auch immer wieder Innovation Labs. Wie Office21 in ihrem Beitrag bereits so wunderbar beschreiben, sind Corporate Innovation Labs und Corporate Coworking dann synonym zu verwenden.

Corporate Coworking bietet also wirklich viele verschiedene Möglichkeiten für Unternehmen. Am Ende ist es eigentlich nur wichtig, es einfach mal auszuprobieren.

Coworking in stürmischen Zeiten

Zuletzt zum Thema Coworking noch eine kleine Breaking News – denn das war nun ehrlich nicht geplant, passt aber einfach zu gut und zeigt einmal mehr, dass Coworking viel mehr noch ein Konzept als ein reines “Vermieten von Schreibtischen” ist:

Unwetter Sabine hat uns Anfang der Woche wohl alle auf die ein oder andere Art beschäftigt. Meine Kollegen von comspace machten daraufhin ein besonderes Angebot für alle in Bielefeld gestrandeten Menschen:

Viel positives Feedback hat uns dazu erreicht, u.a. von der lieben Ute Schulze:

Da wird doch noch einmal das Wesen des Coworkings klar: Einfach gemeinsam arbeiten. Und im besten Falle natürlich nicht nur in Notsituationen…

Wie sind eure Coworking-Erfahrungen? 
Habt ihr selbst einen Space im Unternehmen, ist euer Unternehmen irgendwo
Mitglied oder ist das (noch) gar kein Thema? Nutzt ihr in euren Spaces
Eventtools oder Kommunikationstools? Wenn ja, welche?
Und vor allem: Warum nicht talee? :-P
Schreibt’s uns gern.
Tanja