Interview zum Stand des Feelgood Managements

Interview zum Stand des Feelgood Managements

Monika Kraus-Wildegger ist Pionierin des Feelgood Managements, bildet Feelgood Manager aus und ist Gründerin von GOODplace und dem GOODplace-Siegel, mit dem Unternehmen wie comspaceJimdo oder auch Xing für gelebtes und nachhaltiges Feelgood Management ausgezeichnet werden. Wir haben Monika als führende Expertin im Bereich Feelgood Management einige Fragen rund um aktuelle Entwicklungen und Potenziale der Thematik gestellt.

Wie hat sich das Feelgood Management in den letzten Jahren aus Deiner Sicht entwickelt?

In den letzten Jahren wurde Feelgood Management (FGM) überwiegend für Stimmungsaufhellung für Mitarbeiter und Teams verstanden, die in Klettergärten und Kart- Bahnen in Sachen Spaß unterwegs waren. Heute steht FGM für eine wertschätzende Unternehmenskultur, die Raum für mehr Mensch und Erfolg bietet.

Bisher gibt es rund 300 Feelgood Manager in Deutschland, die in den verschiedensten Branchen und Unternehmen aktiv sind. Wie siehst Du diese Entwicklung und wie würdest Du das zukünftige Potenzial des FGM bewerten?

Tendenz steigend! Liegt es an der zunehmenden Digitalisierung oder dem Werben um gute Köpfe, Unternehmen wissen darum, dass sie kontinuierlich daran arbeiten müssen, für potentielle Bewerber attraktiv zu sein. Wertschätzende Unternehmenskultur ist heute ein wichtiger Attraktivitäts- Aspekt für Talente und Mitarbeiter.

Waren es bislang Unternehmen aus den digitalen Branchen, die Feelgood Manager einsetzen, so sehen wir zunehmend Konzerne und Mittelstand, die sich dem FGM-Ansatz öffnen. Spannend ist die positive Entwicklung in den klassischen Branchen, wie Banken und Steuerwesen zu beobachten, die verstärkt Feelgood Manager einsetzen.

Woher entsteht der heutige Bedarf für Feelgood Management? Wäre das nicht schon vor 5 oder 15 Jahren notwendig und nützlich gewesen?

Viele Unternehmen stehen heute komplexen Herausforderungen gegenüber – Stichwort digitale Transformation, Wandel von Geschäftsmodellen, die sie nur mit einer engagierten Belegschaft und kreativen Ideen begegnen können. Heute gilt mehr denn je, Unternehmen sind nur so gut wie ihre Mitarbeiter.

Wir brauchen positive Emotionen, um kreativ und innovativ sein zu können. Wie unterstützen Feelgood Manager bisher Kollegen und Kolleginnen dabei, positive Emotionen hervorzurufen?

Aus der positiven Psychologie wissen wir, dass glückliche Menschen bessere Entscheidungen treffen. Der Feelgood Manager verbindet Mitarbeiter abteilungsübergreifend und cross-funktional durch Austauschformate, wie z.B. Montags-Frühstück, Lunch Roulette oder Talentbörsen. Damit unterstützen Feelgood Manager im hohen Maße die Entwicklung
positiver Emotionen, die, wie wir aus der Forschung wissen, der Antrieb für Kreativität und besseres Arbeiten sind.

Wie kann diese Unterstützung noch weiter entwickelt oder verbessert werden?

Der Feelgood Manager agiert als Schnittstellen Manager aus der Mitte des Unternehmens, nimmt Impulse und Anregungen auf, kanalisiert und initiiert Projekte. In dieser Rolle bietet er Mitgestaltungsmöglichkeiten für Mitarbeitende an. Daraus können Projekt entstehen, die in die Selbstverantwortung und -steuerung von Mitarbeitern oder cross- funktionalen Teams übergehen.

Anfänglich wurden Feelgood Manager fälschlicherweise als Bespaßer wahrgenommen, wie bewertest Du die Wahrnehmung zur Weiterentwicklung zum Organisations- Entwickler?

Als Schnittstellen Manager par excellence ist der der Feelgood Manager ein anspruchsvoller Beruf und erfordert von den potentiellen Kandidaten ein hohes Einfühlungsvermögen, berufliche Erfahrung, diplomatisches Geschick, kreatives Potential und gute Menschenkenntnisse. Ein Blick auf das Jobprofil des Feelgood Managers vom Fraunhofer Institut macht schnell klar, der Beruf stellt hohe Anforderungen an den Stelleninhaber. Steht am Anfang der Tätigkeit der Aufbau von Feedback- und Kommunikationskanälen, die Organisation von Austausch und Vernetzung im Vordergrund, so entwickeln sich die Tätigkeiten des Feelgood Managers zunehmend weiter zu Organisations- und Prozessthemen.

Ist es vorstellbar, dass Mitarbeiter durch intrinsische Motivation zu ihrem eigenen Feelgood Manager werden und Feelgood Manager als “Umfeldgestalter” agieren?

Aus dem Feelgood Management kommen viele positive Impulse, die auf einzelne Mitarbeiter befruchtend und ansteckend wirken können auch als Feelgood Manager in eigener Sache unterwegs zu sein. Die positive Psychologie spricht hier von dem Phänomen der positiven Ansteckung.

Wo siehst Du das Feelgood Management in den nächsten 10 Jahren?

In den nächsten 5-10 Jahren entscheidet sich die Zukunft von vielen Unternehmen; Stichwort Digitale Revolution, Automatisierung, Nachwuchsmangel. Feelgood Management wird dabei zum zentralen Schlüssel für mehr Mensch, Potential und Erfolg. GOODplace wurde von dem Wirtschaftsmagazin Brandeins zum „Sprachrohr der Feelgood Manager Zunft“ gekürt und wird die Weiterentwicklung von Feelgood Management und die Professionalisierung und Ausbildung von Feelgood Managern vorantreiben.

Wer ist GOODplace?

Unser Motto: feel good makes work a good place.

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Leistung muss sich nicht nur lohnen, sie darf auch Spaß machen! Immer mehr Menschen engagieren sich dafür, Arbeit neu und anders zu denken. GOODplace vernetzt diese Power – bietet zahlreiche Fortbildungsformate zu Feelgood Management, die Fachausbildung zum zertifizierten Feelgood Manager sowie Beratung an.

Bei Interesse an diesem Thema wendet Euch gern an:

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Monika Kraus-Wildegger
Gründerin von GOODplace und Feelgood Management Expertin

Telefon: +49 (0)40-41 629 650
E-Mail: info@GOODplace.org

Tilmann