Als Newcomer in New Work

Als Newcomer in New Work

Im Alignment mit sich und der Arbeitswelt

2020 – ein ganz besonderes Jahr, nicht nur für mich, sondern wahrscheinlich für uns alle. Anfang diesen Jahres bin ich in eine neue Welt eingetaucht – als neues Mitglied im Team talee bin ich dieses Jahr in die sogenannte “neue Arbeitswelt”, in New Work, eingetaucht.

Für viele von euch war der Absprung in diese Welt wahrscheinlich jetzt durch die Krise noch viel abrupter und unvorhergesehener als meiner.. Vieles hat sich in den letzten Wochen verändert – wie wir arbeiten, wo wir arbeiten und was unsere Themen sind. Deswegen möchte ich jetzt meine Perspektive und meinen Weg in die neue Arbeitswelt teilen, aber auch darüber reden, welche Herausforderungen diese neue Art zu arbeiten mit sich bringt. 

New Work – mein persönlicher Hoffnungsträger

Für mich persönlich ist New Work weitaus mehr als nur ein Trend oder eine Entwicklung der Arbeitskultur. New Work ist für mich mein persönlicher Hoffnungsträger! Als Millennial falle ich total in das Schema – immer auf der Suche nach Purpose im Leben und im Job. Mein persönlicher Antrieb ist es nämlich irgendwie schon immer gewesen einen echten Unterschied in unserer Gesellschaft und in unserem Zusammenleben zu machen. Mit talee machen wir genau das – wir gestalten Unternehmenskultur mit und ermöglichen eine neue Art von Zusammensein und Zusammenarbeiten. 

Als Teil des Teams von talee kann ich jetzt nicht nur selber jetzt im Alignment mit meinen Werten und Zielen arbeiten – ich kann vor allem auch andere dabei unterstützen das gleiche für sich selbst zu erreichen!

Mein Weg zu talee und in die neue Arbeitswelt, mit all den Chancen und Herausforderungen, hat mich über viele andere Wege geführt. Und begann in einer etwas anderen Welt. 

The escape from old work

Mit Deutschland habe ich lange Jahre starre Hierarchien und Menschen verbunden, die weitestgehend unreflektiert ihrem Dienst nach Vorschrift nachgehen. Ich wiederum war schon als Kind als Querdenker und Freigeist bekannt – was schon damals für mich in Widerspruch zu dem sehr generalistischen und unflexiblen Bildungssystem in der Schule und meinem Studium stand.  Dazu kam dann noch das Abi nach 12 Jahren und ein duales Studium, in dem mit einem extrem hohen Workload konfrontiert war, sodass es schien, als hätten die Strukturen und das System es geschafft keinen Raum für Reflektion und Kreativität zu lassen.

Aus Zeitmangel und den starren Strukturen gab es also schlichtweg kaum Spielraum für eine individuelle Entwicklung. Genau das war der Knackpunkt: Es schien als müsste meine persönliche Entwicklung außerhalb der „Karriere“ bzw. der Arbeit stattfinden. Aber kann und muss das wirklich der richtige und einzige Ansatz sein? Für mich eher nicht! Deswegen habe ich in meiner Zeit im Ausland meine ganz eigene Definition von Arbeit für mich entwickelt. Und so habe ich dann zum Beispiel für eine Kung Fu Schule in Thailand im Marketing & Sales oder als freiberufliche Online-Lehrerin für Sprachen und Bewerbungscoachings gearbeitet. Ich habe die Freiheiten dieses Lebens sehr genossen, auch wenn man den mit diesem Lebensstil verbundenen Bedarf an Flexibilität, Risikobereitschaft und Lernbereitschaft auch nicht unterschätzen sollte.

Gibt es einen Weg zurück?

Nach meiner regelrechten „Flucht“ aus den starren Strukturen der Arbeitswelt und während meiner Zeit im Ausland hat mich oft die Frage begleitet, wie und ob es überhaupt einen Weg zurück nach Deutschland für mich gibt. 

Zurück in Deutschland wusste ich für mich auf jeden Fall: Ich bin flexibel, risikobereit und möchte auf der Arbeit ständig dazu lernen. Aber wie kann ich das jetzt auf einen Job hier in Deutschland übersetzen? Basierend auf meinen Erfahrungen schien das eher schwierig zu werden – bis ich in einem kleinen Workshop zur Methode Life/Work Planning dieser Frage dann etwas konkreter auf den Grund gegangen bin. 

Life/Work Planning

In dieser von Richard Bolles entwickelten Methode steht man nun endlich als ganze Person mit all seinen Facetten im Fokus der Betrachtung. Ziel der Methode ist es am Ende die Frage „What colour is your parachute?“ zu beantworten. Es gilt also seinen ganz eigenen Fallschirm zu definieren, indem man für seine Fähigkeiten, Eigenschaften, Wissen, Werte, Interessen und Rahmenbedingungen je 3 Begriffe bestimmt, mit denen man sich identifiziert bzw. wie das Arbeitsumfeld gestaltet sein soll – und glaubt mir sich auf 3 Begriffe festzulegen, war echt gar nicht so einfach…   

Hier seht ihr also meinen ganz persönlichen „Parachute“ – und ich kann euch sagen: Es ist ein wirklich großartiges Gefühl, das alles mal in eine Form für sich gegossen zu haben!

Im nächsten Schritt würde man nun abseits von dem Standardbewerbungsverfahren Organisationen finden, die sich für jemandem mit diesem Profil interessieren könnten. In meinem Fall lief es dann allerdings doch etwas anders. Und zwar bin ich dann doch auf meinen aktuellen Job in einem ganz normalen Jobportal gestoßen. Und trotz der typischen Methode könnte mein Job dann wohl kaum untypischer sein und gleichzeitig kaum noch mehr meinem Parachute entsprechen! 

Talee, das Team und ich 

Hier bei talee rücken wir den Menschen in Organisationen und eine nachhaltige Unternehmenskultur in den Mittelpunkt. Ich habe das Vertrauen meiner Kollegen und kann so komplett eigenverantwortlich arbeiten. Wir haben im Team all den Freiraum, um unsere eigenen Strukturen, Strategien und Ziele zu entwickeln – müssen uns also in keine starren Hierarchien einordnen und können somit jederzeit flexibel reagieren. An dieser Stelle: Ein Hoch auf selbstgewählte und veränderbare Strukturen! 

Hier bei talee stehe ich nun in sehr engem Austausch mit unseren Kunden und Unternehmen, die vor kulturellen Herausforderungen stehen. Die gemeinsame Weiterentwicklung mit unseren Kunden und den individuellen Bedürfnissen ist uns dabei besonders wichtig: Wir hören unseren Kunden zu, greifen Ideen auf und entwickeln eng an den Bedürfnissen unserer Communities. Das bedeutet natürlich, ganz genau reinzuhören, was das denn überhaupt für jede einzelne Organisation bedeutet.

New Work bei talee 

Nicht nur beschäftige ich mich mit den Themen New Work und Change Management – mein Job IST New Work und Change Management. Neben all den Benefits, die die neue Arbeitswelt mit sich bringt, ist diese Welt natürlich auch von ständiger Veränderung, Unsicherheit, Komplexität und damit auch von Mehrdeutigkeit geprägt. Diese VUCA-Kombi und das dafür notwendige mindset ist eine echte Herausforderung für die meisten Menschen in Organisationen – und dazu zähle ich auch mich selbst. 

Generell halte ich mich für eine sehr zielorientierte Person und setze mir entsprechend gerne recht konkrete Ziele – auch wenn sie letztendlich nur als Orientierung gelten, wo es hingehen soll. Deshalb arbeiten wir im Team jetzt auch in festgelegten Zyklen. Wir wissen genau in welche Richtung es in dieser Zeit gehen soll und setzen uns entsprechende Messgrößen. Trotz dieser konkreten Ziele bleibt mir dennoch nichts anderes als meinen damaligen Klassenlehrer zu zitieren “Der Weg ist das Ziel” – was er uns auf einer recht beschwerlichen Wanderung immer wieder hat weis machen wollen. 

Mit der Erfahrung kommt die Einsicht nehm ich an: Denn in gewisser Weise gilt das gleiche auch für uns. Wenn wir bereits auf dem Weg bemerken, dass unser Ziel nicht richtig gesetzt war – verändern wir es einfach! Und nur weil das konkrete Ziel nicht erreicht wurde – haben wir ja dennoch einiges gelernt und mitgenommen. Deshalb gilt die Devise: Einfach mal machen, statt alles genau durchzuplanen! Am Ende strömen sowieso viele externe Faktoren auf uns ein, auf die wir uns dann flexibel anpassen müssen. 

Eines der wohl größten Learnings für mich ist aber vor allem, wie gut sich Work & Life integrieren lassen. Weg von dem Gedanken der Work-Life-Balance hin zum Verständnis von Work-Life-Blending. Während ich früher regelrecht ungerne über meine Arbeit in der Freizeit sprechen wollte, gehört es jetzt wie selbstverständlich dazu. Denn jetzt kann ich nicht nur meine Arbeit mit ins Privatleben bringen, sondern auch Persönliches mit ins Arbeitsleben. Zu verstehen, dass die Arbeit und Freizeit keine zwei voneinander getrennten Leben sein müssen – ist wirklich unfassbar wertvoll und hat mein Leben, entgegen der noch weit verbreiteten Meinung, viel entspannter gemacht!

New Work braucht Vertrauen und ständiges “Dazu-Lernen”

Deshalb ist es umso wichtiger diesen Wandel und dessen Herausforderungen mitzubegleiten. Um das erfolgreich zu tun, gilt es sich insbesondere zwei Dinge auf die Fahne zu schreiben: Ganz nach dem Motto „Culture eats strategy for breakfast“ brauchen wir gesundes Vertrauen innerhalb und zu der Organisation! Genau das schaffen wir hier bei comspace und bei unseren Kunden mit talee. 

An zweiter Stelle steht natürlich das Erlernen neuer Kompetenzen. Neben talee und einem auch wieder sehr frei gestalteten Fortbildungsangebot, gibt es außerdem meinen Kollegen Peter, der uns als Lerncoach genau dabei unterstützt. Er hilft mir mich fit für den Wandel zu machen, sodass ich dann unseren Kunden helfen kann, sie fit zu machen! 

Wie dieser Weg dahin nun genau aussieht, liegt in meiner Hand. Dabei kann ich aber darauf vertrauen all die Unterstützung zu bekommen, die ich brauche, um mich in genau die Richtung zu entwickeln, die sowohl mich als auch talee weiterbringt! Und das Beste daran ist – talee und ich wollen in die gleiche Richtung. Endlich sind meine persönlichen Werte und Ziele und die in meinem Job im Alignment! New Work – here I am.

P.S. Ich merke, ich rede viel und oft von Alignment.. das kommt wohl vom Yoga!  

Simone