Rückblick auf die Zukunft Personal 2016 (Teil 1)

Rückblick auf die Zukunft Personal 2016 (Teil 1)

Arbeiten 4.0 oder auch vernetztes Arbeiten ist ein Kernthema von talee. Und Arbeiten 4.0 war in diesem Jahr auch das Motto der Messe Zukunft Personal in Köln. Sie gilt als Europas größte und innovativste Fachmesse für Personalmanagement. Also für uns ein Grund, die Messe zu besuchen.

Hanna, Business Development Managerin bei comspace und Initiatorin von talee, war außerdem Teil der Podiumsdiskussion zum Thema „Emotionen – Hype oder Falle?“, um am Praxisbeispiel der talee Methode in der Agentur comspace zu zeigen, wie der Umgang mit Emotionen am Arbeitsplatz gelingen kann. Mehr dazu in Teil 2 unseres Rückblicks.

Eingangsbereich Zukunft Personal 2016

Neben namhaften Ausstellern wie HaufeMonster und SAP, gab es reichlich Präsentations- und Diskussionsmöglichkeiten für Start-ups sowie mittelständische Unternehmen. Insgesamt waren mehr als 700 Aussteller vor Ort und es wurden rund 16.000 Fachbesucher_innen während der drei Messetage erwartet. Damit stellt die Zukunft Personal einen neuen Rekord auf und positioniert sich als Leitmesse für die Arbeitswelt von morgen. Das Themenspektrum reicht von Recruiting und Personaldienstleistungen über betriebliche Weiterbildung, Leadership und Arbeitsrecht bis hin zu Personal-Software und der Zukunft der Arbeitswelt. Das Begleitprogramm ist mit rund 450 Vorträgen, Diskussionen und verschiedenen interaktiven Formaten sehr breit aufgestellt und vermittelte eine inspirierende Atmosphäre.

Arbeiten 4.0: Jetzt

Nach einer Erkundungstour durch die gut besuchten Hallen und dem Begrüßungskaffee von Indeed ging es um 12:00 Uhr zum ersten Fachvortrag der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Dieser wurde von Wolf-Christian Ulrich, bekannt aus dem ZDFmorgenmagazin, moderiert. Das Thema des Fachvortrags war die Arbeit in der Industrie 4.0.

Der digitale Wandel ist im Alltag angekommen. Dies zeigt sich in veränderten Arbeitsprozessen, stärkerer Vernetzung und damit einhergehenden, neuen Anforderungen an Beschäftigte und Arbeitgeber_innen. Die zentrale Frage war dabei, wie Unternehmen den Wandel nutzen können? Und welche Regler müssen Personalverantwortliche bedienen, um die moderne Arbeitswelt erfolgreich zu gestalten?

Podiumsdiskussion Arbeiten 4.0: Jetzt auf der Zukunft Personal 2016

Ein passender Einstieg gelang Oliver Suchy, Leiter Projekt Arbeit der Zukunft des Deutschen Gewerkschaftsbundes, mit der Aussage, dass Personalverantwortliche ganzheitlich auf Mitarbeiter_innen schauen müssen und nicht in Generationen denken dürfen. Die Bedürfnisse der Generation Y, wie Selbstverwirklichung oder Mitbestimmung, sind schon lange nicht nur Bedürfnisse der Generation Y sondern Bedürfnisse von allen. Gestützt wurde diese Aussage von der Wertewelten Studie. In dieser Studie wurden rund 1.200 Tiefeninterviews mit Arbeitnehmer_innen geführt, zu der Frage, wie Sie ihre aktuelle Arbeitssituation wahrnehmen und in welcher Arbeitswelt sie morgen leben möchten. Dabei sind Wertewelten entstanden wie “Balance zwischen Arbeit und Leben finden”, “Sich in der Arbeit selbst verwirklichen” oder auch “Sinn außerhalb seiner Arbeit suchen”. Des Weiteren wurden die Dauerbrenner, also Themen wie flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und die “Always-On” Mentalität angesprochen.

In unseren Augen war es ein informativer Vortrag, der uns gezeigt hat, dass das Thema auch in der Politik angekommen ist. Jedoch war der Vortrag sehr theoretisch. Das kommt uns von talee ein wenig wie ein Schritt zurück vor. Die Methode von talee spiegelt einen praktischen Ansatz, wie wir die Arbeit der Zukunft gestalten und nachhaltig verbessern können. Es erfordert nur ein wenig Mut und Pioniergeist um den Schritt in die richtige Richtung nach vorne zu gehen. Genau deshalb haben wir bei diesem Vortrag den Praxisbezug vermisst.

Exkurs

Neben Vorträgen gab es an den Ständen der Aussteller auch einiges zu entdecken. Die Zusammenkunft von Virtual Reality & HR scheint auf den ersten Blick noch weit entfernt, aber warum sollte man als Unternehmen nicht schon Bewerber_innen per 360° einen Einblick in das Unternehmen gewähren? Veranschaulicht wurde das ganzen durch Jobware. In schwindelerregender Höhe durften wir uns als Drahtseilartisten probieren.

Wie kluge Personalarbeit den wirtschaftlichen Erfolg beeinflusst

Auch unser zweiter Vortrag des Tages fand im Rahmen der INQA-Initiative statt und servierte einen Faktenespresso zu den Ergebnissen der Studie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“ die u.a. Prof. Dr. Lutz Bellmann, Forschungsbereichsleiter des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA), durchgeführt hat. Seine Studienergebnisse untermauerte  parallel Dr. Alexandra Schmied, Senior Project Manager der INQA-Audits, mit praktischen Erfahrungen. Dr. Alexandra Schmied konnte anschaulich Problemstellungen aus realen Unternehmen wiedergeben, die sie im Rahmen ihrer Mitwirkung bei INQA-Audits erfahren hat.

Zentrale Aussage der Studie und Prof. Dr. Lutz Bellmann:

„In bestehendes Personal zu investieren und die Mitarbeiter_innen zu halten ist nachhaltiger als neu zu rekrutieren“

Denn motivierte und gesunde, sowie qualifizierte Fachkräfte sind ein zentraler Faktor des Erfolgs von Unternehmen. Schon hier wurde deutlich – die Mitarbeiter_innen möchten ihre Ansichten und Emotionen im Arbeitsalltag integrieren und diese Ansicht ist unabhängig von der Altersstruktur.

Beim Thema Emotionen waren wir dann eigentlich auch schon bei unserem persönlichen Highlight der Messe: der Podiumsdiskussion zum Thema „Emotionen – Hype oder Falle“.

Tanja