Employee Experience mit talee

Employee Experience mit talee

Mit der Employee Experience betrat vor geraumer Zeit ein neues Buzzword die Bühne. Und wie immer könnte man über solche Buzzwords müde hinweg lächeln – weil sie doch wieder nur ein Marketinggag sind. 

Moment mal: Begriffe können aber auch die Sinne schärfen für neue wichtige Themen. Und wir können solche Begriffe nutzen, um sie inhaltlich zu schärfen. So bieten neue Worte die Chance, (neue) Konzepte kurz und bündig zusammenzufassen und zu benennen. Und hier lohnt sich bei Employee Experience ein zweiter Blick.

Der Begriff Employee Experience ist der Customer Experience entlehnt. Dabei geht es um die Idee, den Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung umfassend als Erlebnis zu betrachten, das darüber entscheidet, wie positiv ein Kunde den Kauf empfindet. Ob ich jeden Kauf eines Shampoos unbedingt als ultimative Kundenerfahrung erleben muss, darf man getrost in Frage stellen.

Außer Frage steht aber auch: ein positiv erlebter Aufenthalt in einem Hotel oder auch die persönliche Note, wenn die online bestellte Ware zeitnah eintrifft – etwa mit einem passenden Addon und freundlich verpackt –  erhöhen die Bereitschaft, das Hotel wieder zu buchen oder beim gleichen Webshop erneut zu bestellen. Und wenn es nach dem Kauf noch gut gemachtes Feedback oder freundliches Nachfragen gibt, kann ich als Kunde durchaus eine positive Erfahrung machen, die meine Loyalität zum Anbieter erhöht.

Eine positive Employee Experience – oder einfach gute Erfahrungen als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter mit dem Unternehmen für das ich arbeite, bringen aber mehr als Loyalität. Ein passendes Bild für das, was ein Kunde erfährt, ist die Customer Journey und genauso kann ich auch die Employee Journey beschreiben, was Mitarbeitende auf ihrer Reise mit einem Unternehmen erfahren.

Eine Reise hat natürlich etwas kontinuierliches und es geht auch für mich als Mitarbeiter eines Unternehmens darum, dass meine Erfahrungen sich nicht auf ein paar besondere Ereignisse beschränken. Ich liebe die Weihnachtsfeier und das Sommerfest. Und doch geht es ja gerade nicht darum, dass mir jemand Kickertisch, Bällebad und Bier hinstellt und ich dann der happy Mitarbeiter bin. Gleichzeitig haben Unternehmen – mit Recht – den Anspruch konkret etwas zu tun. Und da ergibt sich die Frage an welchen markanten Berührungspunkten gibt es denn überhaupt die Möglichkeit auf dieser Employee Journey zu agieren. Solche Punkte heißen auch manchmal Touchpoints (schön Neudeutsch). Welche das sind, beschreiben Autoren sehr unterschiedlich. Ich greife vier heraus bei denen wir mit talee Erfahrungen im Bereich der Employee Experience gesammelt haben:

Hier geht’s zum Video oder ihr lest unten einfach weiter zu den vier Employee Experience Touchpoints:

Recruiting

Wenn es darum geht den passenden Menschen für eine Vakanz zu finden, macht es Sinn, sich näher kennen zu lernen. Vor einiger Zeit haben wir einen Bewerber ganz bewusst zu einem talee Event eingeladen. Es war ein eher fachlich geprägtes Event. Das finde ich jedoch nicht den springenden Punkt. Wichtiger ist der informelle Charakter eines solchen Events. Jedes Bewerbergespräch, selbst ein Schnuppertag, haben einen offiziellen Charakter. Bei einem Event von Kollegen für Kollegen ist das anders. Im Recruiting sollte der Blick nicht auf die Perspektive des künftigen Arbeitgebers verengt sein. Letztlich geht es auch darum, dass eine Bewerberin oder ein Bewerber das Unternehmen sozusagen in echt kennenlernen darf. 

Bei einem talee Event sind nicht nur die Personaler, nicht nur (künftige) Vorgesetzte, sondern hier ist ein Querschnitt aller Mitarbeitenden dabei. Bei einem talee Event können Menschen, die sich bewerben, Menschen kennenlernen, die die Kultur eines künftigen Arbeitgebers leben. Die talee Plattform zeigt nicht nur Events nach außen, talee macht es möglich Kultur sehr früh, sehr authentisch zu erleben. 

Recruiting ist aber nicht nur eine Findungsphase. Oft vergehen zwischen  Vertragsschluss und Aufnahme der neuen Tätigkeit Monate. In dieser Zeit können talee Events – wie etwa ein Beachvolleyball-Cup – schon ganz hervorragend die Bande zwischen den künftigen Kollegen festigen. Übrigens auch wenn es darum geht, Auszubildende bis zum Ausbildungsstart näher an den Ausbildungsbetrieb zu binden macht es Sinn, Events für diese zu öffnen.

Onboarding

symbolbild für die vernetzung und das netzwerken von menschen

Natürlich gehört zum Onboarding, möglichst schnell in die alltäglichen Abläufe eines Unternehmens zu finden. Hier ist es wichtig schnell Wissen zur Verfügung zu stellen. Die Einstellung erfolgte, weil Arbeit wartet, die erledigt werden muss. Gleichzeitig ist es aber so, dass neben all dem formell verfügbaren Wissen das Ankommen in einem Unternehmen ganz stark davon abhängt, wie schnell schaffe ich als Neue/Neuer in die informelle Kommunikation einzusteigen. 

Hier bietet talee eine Plattform, die Zugänge zu solchen informellen Ebenen schaffen kann. Nehme ich am Spieleabend teil, schließlich ich mich der Mittagsrunde (Walking Lunch) an oder gehe einfach mit zu einer Veranstaltung.

Spannend ist auch, wenn neue Mitarbeitende selber die Initiative ergreifen. talee Events unter dem Motto “bring ein was dich begeistert” erlauben es gerade auch den Neuen gleich die Kommunikation aus den Silos und eingefahrenen Denkstraßen zu holen. 

Eine beeindruckende Erfahrung mit talee im Onboarding Prozess machten wir mit einem neuen Projektmanager. Gut erinnere ich mich, wie der gleich eine Laufgruppe “dein erster Volkslauf” initiiert hat – beim ersten Treff waren es nur 4 aus dem Unternehmen und nach 8 Wochen sind 12 Kollegen durchs Ziel gelaufen. Damit war der Neue dann nicht nur in seinem Team angekommen sondern gleich bei allen damals 70 Kollegen.

Effektives Onboarding sollte unbedingt die informellen Strukturen mitdenken. Und hierfür bietet talee mit den Events von Kollegen für Kollegen viele Optionen für die Employee Experience.

Development

Menschen, die zusammen arbeiten

Und dann? Läuft ja, nicht? Neuer Job, super an Bord gekommen. Die Reise startet. Unsere Erfahrungen mit Arbeitgebern sind wesentlicher (Bestand)Teil unseres Lebens. Für die gesamte Employee Expierience ist natürlich wichtig, wie das tägliche Arbeiten funktioniert. Hier entscheidet sich eigentlich, wie wir diese Erfahrungen wahrnehmen und werten. Dabei geht es nicht nur um die Highlights oder um den Service für Mitarbeitende (Frühstück, Bio-Obst, Wasser oder Kaffee), auch nicht nur um Ergonomie der Arbeitsplätze. Natürlich alles wichtig. Wichtiger ist, dass wir uns als ganze Menschen wahrnehmen, einander wertschätzen, miteinander lernen uns zu sehen, sehen zu lassen und gesehen zu werden.

Hier sind natürlich Führungskräfte gefragt und nicht nur die Rolle der Personalmanager (wie immer die heißen). Über moderne Führung wird viel geschrieben – und es passiert viel. Dabei ist ein ganz wesentliches Merkmal moderner Führung, dass sie gar nicht stattfindet, diese Führung. Viel eher bedeutet Führen, Räume freizuhalten für die individuelle Entwicklung von Mitarbeitenden.

talee stellt genau so einen Raum dar. Es ist der digitale du-darfst-Schein – bring dich ein, mit allem was dich begeistert. Und was mit den privaten Interessen wie Torten backen oder Trail-Running startet, weitet sich aus zum Austausch über Design-Thinking oder zu einer Community of Practise der Softwareentwickler.

Und hier findet die Entwicklung statt, die so wichtig ist für unsere Erfahrung als Mitarbeitende. Wir wollen uns einbringen, Informationen austauschen und Ideen umsetzen. Es gehört auch dazu, dass wir in der Entwicklungsphase – also unserem Alltag immer stärker darauf angewiesen sind zu Lernen. Daher sind auch die fachlichen Events mit talee so wichtig. Sei es zum Beispiel ein SEO-Thema oder eine Community of Practise.

In flachen Hierarchien fallen zwar die steilen Karrierepfade weg, das Bedürfnis nach eigener Relevanz bleibt jedoch. Und talee ist genau ein Baustein in der Unternehmenskultur, der mir als Mitarbeitenden hilf, die eigene Relevanz als tatsächlich relevant zu erfahren. 

Das kann schon mit ganz kleinen Dingen anfangen. Etwa dem Walking Lunch. Eine Gruppe meiner KollegInnen dreht mittags – in wechselnder Zusammensetzung – eine halbe Stunde die Runde durch den Park. Neben persönlichen Austausch gibt es viele informelle Infos aus dem Unternehmen und immer wieder lerne ich aus den diversen Fachgesprächen der Mitgehenden etwas neues. So bin ich vernetzt in meinem Unternehmen, Wissen kann frei fließen. 

Offboarding

In den meisten Fällen kann es jedoch für alle sehr wünschenswert sein, weiter vernetzt zu bleiben. Wenn Mitarbeitende und Unternehmen sich trennen, können beide vom Netzwerk des anderen weiter profitieren. Wissen und Erfahrung der Alumni müssen einem Unternehmen bei einer partnerschaftlichen Trennung nicht vollständig verloren gehen. Besonders gilt das auch für Menschen, die sich in den Ruhestand verabschieden. Trotz rasanter Entwicklungen und Änderungen bilden Erfahrungen einen Schatz und der Austausch bleibt wichtig. 

Jede Employee Journey geht einmal zu Ende. Dafür gibt es vielfältige Gründe. Unternehmen entwickeln sich anders, Mitarbeitende entwickeln sich persönlich in eine andere Richtung – und schließlich und bestimmt – mit dem Ruhestand trennen sich die Wege nun einmal.

Weil sehr viel Wissen unbewusstes Wissen ist, Wissen also, das sich nicht so einfach in irgendwelchen Speichern á la Wiki archivieren lässt, bleibt der informelle Austausch so wichtig. Informelle Kommunikation bietet immer die Chance, gerade unbewusstes Wissen an die Oberfläche zu fördern. Der Wissensaustausch selber generiert neues Wissen. Wo weiterhin Vertrauen und Vertrautheit herrscht, ist das sehr viel einfacher. 

An Events im talee Kontext nehmen auch Ex-Kollegen teil. Wir erleben das an Rollenspielabende. Alle paar Wochen sind dann auch einem lieben Ex-Kollegen 200 Kilometer nicht zu weit. Zu weit zum Pendeln zwar – aber nah genug um das Netzwerk mit der alten Firma zu pflegen. 

Übrigens: der Kontakt über talee Events und das dabei in Verbindung bleiben bedeutet auch immer die Chance, dass die Ehemaligen eines Tages zu Rückkehrern werden…

Ihr habt Fragen oder Feedback zu dem Thema talee und Employee Expierence?

Ich freue mich auf eure Rückmeldung z.B. via Mail oder LinkedIn

Tilmann